Aktueller Stand: DS/1942/IX
Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, aus den Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität zur Finanzierung von Sachinvestitionen in die Infrastruktur den Neubau eines Gebäudes als Mehrgenerationen Nachbarschaftstreff im Bezirk Lichtenberg vorzusehen.
Folgende Standorte sollen in die Prüfung der Machbarkeit eines solchen Vorhabens mit einbezogen werden:
1.) Sewan-Kaufhaus in der Sewanstraße 186, 10319 Berlin
2.) Berliner Tiertafel e.V. in der Wustrower Straße 18, 13051 Berlin.
Die derzeitigen Nutzungen an beiden möglichen Standorten sollen dabei nicht verloren gehen, sondern erhalten bleiben.
In einem ersten Schritt soll sowohl mit den Betreibern und Eigentümern der Liegenschaften über die Möglichkeit gesprochen werden, die entsprechenden Grundstücke der oben genannten Nutzung zu unterziehen. Dabei sollen Chancen, wie z.B. die Erweiterung der Fläche für die derzeitige Nutzung, erörtert werden.
Um zu überprüfen, ob die Vorhaben an den jeweiligen Standorten baurechtlich realisierbar sind und wie hoch der Mittelbedarf für Abriss der bestehenden Gebäude und Neubau ist, soll aus den Bundesmitteln ein entsprechender Betrag für die Finanzierung eines Gutachtens reserviert werden.
Nach positiver Prüfung sind entsprechende Mittel des errechneten Bedarfs für die Umsetzung einzuplanen.
Begründung:
Jedem Bezirk stehen überjährig jeweils 19.166 Mio. Euro aus dem Sondervermögen zur Verfügung. Ein Zustimmungsvorbehalt des Hauptausschusses für die bezirklichen Projekte ist nicht vorgesehen. Damit besteht für den Bezirk die einmalige Chance, Investitionen zu tätigen, die keiner aufwändigen Abstimmung mit dem Land bedürfen. Ebenso besteht trotz knapper Landeskasse die Möglichkeit, neue Werte zu schaffen, die nachfolgenden Generationen noch lange zur Verfügung stehen. Die jeweiligen Grundstücke befinden sich im Eigentum des Landes.
Nachbarschaftstreffs wie die Kiezspinne in der Schulze-Boysen-Straße sind wichtige Orte im Kiez: für Austausch, kulturelle Angebote und gelebte Gemeinschaft. Sie stehen allen offen, ermöglichen Teilhabe ohne Hürden und schaffen verlässliche Gelegenheiten, Kontakte zu knüpfen und nicht allein zu bleiben. Damit beugen sie sozialer Isolation vor und stärken den Zusammenhalt im Quartier.
In Friedrichsfelde Süd fehlt ein solches Angebot bislang vollständig; in Hohenschönhausen sind vergleichbare Begegnungsorte rar. Die heutigen Nutzungen sollen deshalb in einem Neubau gesichert und bedarfsgerecht weitergeführt werden – idealerweise in gut erreichbaren, öffentlich zugänglichen Räumen im Erdgeschoss.