Lichtenberg, den 21.03.2025 – Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg hat gestern auf Antrag der BSW-Fraktion das Bezirksamt mehrheitlich (gegen die Stimmen der CDU-Fraktion) aufgefordert, sich bei der Senatsverwaltung dafür einzusetzen, dass die kurzfristig angekündigten Kürzungen für das Berliner Kinder- und Jugendtelefon sowie das Elterntelefon nicht umgesetzt werden. Diese Beratungsangebote, die im bundesweiten Netzwerk „Nummer gegen Kummer“ integriert sind, erfüllen eine wichtige Schutzfunktion für Kinder, Jugendliche und Eltern in Krisensituationen.
Die Ankündigung, die beiden Projekte zum 01. April 2025 einzustellen, kam ohne Vorwarnung. Noch im Januar war „lediglich“ eine 40%ige Kürzung angekündigt. Das Kinder- und Jugendtelefon bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in kritischen Lebenslagen anonym und professionell Unterstützung zu erhalten und ist mit ca. 100.000 € in den Haushalt einkalkuliert. „Die plötzliche Entscheidung der Senatsverwaltung, dieses lebenswichtige Angebot zu streichen, ist ein fatales Signal an die jungen Menschen in Berlin,“ so der BSW-Fraktionsvorsitzende Norman Wolf.
„Es ist erschütternd, dass der Senat an einem Zeitpunkt, an dem die Kriminalstatistik 2024 für Berlin einen Höchststand an Sexualdelikten gegen Kinder ausweist, mit Einsparungen bei solchen Schutzangeboten reagiert. Die Zahl der gemeldeten Fälle ist um 16% gestiegen, und die Zahl der Betroffenen unter 14 Jahren hat sich gegenüber 2018 um fast 23% erhöht. Diese Statistiken machen deutlich, wie dringend diese Angebote gebraucht werden,“ erklärte Wolf.
Die Dringlichkeit des Antrags erklärt sich aus der Tatsache, dass die Ankündigung der Kürzungen erst nach dem Druckschluss der BVV-Sitzung im März bekannt wurde. „Es ist nicht hinnehmbar, dass diese lebensrettenden Projekte bereits zum 01. April 2025 eingestellt werden sollen, bevor die BVV erneut zusammentreten kann. Wir fordern den Senat auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen und die Mittel für das Kinder- und Jugendtelefon sowie das Elterntelefon weiterhin bereitzustellen,“ so Norman Wolf.