Mit Planungen für ein 18-geschossiges Hochhaus und 145 Wohnungen in der Salzmannstraße 34 wirbt die Howoge auf ihrer Webseite. 18 Etagen? Ja, Sie lesen richtig. In unmittelbarer Nachbarschaft finden sich fast ausschließlich 5-Geschosser. Der Wohnturm passt überhaupt nicht hierher. Das sieht auch das Bezirksamt Lichtenberg so. In der Antwort auf unsere Kleine Anfrage liest sich das so:

„Planungsrechtlich wäre auf dem Grundstück ein zeilenförmiges Wohngebäude (Nord-Süd-Ausrichtung) mit fünf Vollgeschossen zulässig, wie es sich aus der angrenzenden Umgebung herleiten lässt.“

Die HOWOGE leitet ihr Baurecht jedoch aus den zwei 18-geschossigen Hochhäusern in der Dolgenseestraße ab. Nicht nur als Anwohner erkennt man schnell, dass sich ein Hochhaus in das Ensemble des Wohnquartiers an der Salzmannstraße kaum einfügen würde. Noch schlimmer: Es droht ein Verkehrsinfarkt, denn die Sackgasse bietet denkbar schlechte Bedingungen für einen Verkehrsabfluss. Auch mangelnde fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten sowie die prekäre ärztliche Versorgung sprechen dafür, hier niedriger zu bauen und über andere dauerhafte Nutzungen, wie z.B. eine Schule oder Kita, nachzudenken. Die temporäre Schule passte sich schließlich gut in das Wohnviertel ein.

Bedauerlicher Weise haben CDU, SPD, Grüne und LINKE unseren Antrag einen Runden Tisch einzuberufen, abgelehnt. Mit diesem wollten wir Anwohner, HOWOGE, Bezirksamt und z.B. die Seniorenvertretung im Bezirk zusammenbringen, um nach Kompromissen zu suchen. Denn trotz der Skepsis des Bezirksamtes ist nicht auszuschließen, dass der Senat das Genehmigungsverfahren an sich zieht und das Bauvorhaben bewilligt. Zusammen mit den Anwohnern bereiten wir nun einen Einwohnerantrag für die Bezirksverordnetenversammlung vor. Die anderen Parteien haben dann erneut die Möglichkeit, sich dazu zu verhalten. Wir werden Sie demnächst darüber informieren, wann und wo Sie den Einwohnerantrag mit Ihrer Unterschrift unterstützen können.